Mutabor!


Der Priester

 

„Sagt mir, mein guter Vater, Yrmell hat mir erzählt, dass euer Vorgänger verkündet hat, dass Männer der Kirche nicht von den leiblichen Früchten naschen dürfen. Er war seinem Gott da wohl sehr treu!“ Sie wollte wissen, wie sehr dieser Mann seinem Herrn ergeben war, und inwieweit er ihr … ergeben sein könnte.
Der junge Mann lächelte nachsichtig. „Wisset, meine Liebe, Bruder Cuno war schon sehr alt und diesen Freuden, die ja auch eine Gabe unseres Herrn sind, schon lange nicht mehr zugetan. Ich dagegen weiß dieses Geschenk noch recht zu würdigen, und ich glaube, Gott wird mir den Genuss dieses Präsentes noch lange gewähren, und nur, wenn er es will und zu mir spricht, werde ich es mir versagen.“

Ja, damit konnte Engelin leben. Er war hübsch und lieb, ein weicher, seinen Versuchungen ausgelieferter Mann, und sie würde ihn ziehen – in die richtige Richtung. „Wie ist euer Name, mein Pater?“, fragte sie.
„Man nennt mich Lorencz!“, antwortete er. „Bruder Lorencz!“

Inzwischen waren sie in der Blockhütte des Geistlichen angekommen. Sie bestand aus nur einem Raum, der Schlaf- und Wohnraum zugleich war. Ein überdimensionales Bett beherrschte das Zimmer. Bruder Cuno hatte bequem gelebt. Engelin schmunzelte bei der Erinnerung an Yrmells Wissen. Daneben standen ein hölzerner Stuhl und ein Esstisch, auf dem ein Schuss Brot, ein Topf mit Sauermilch und ein Korb mit Zwiebeln und Pflaumen lagen. Daneben stand ein Krug voll klaren Brunnenwassers.
Was für ein Mahl!
Engelin lief das Wasser im Mund zusammen.

„So setzt euch, mein Kind, und greift zu!“, bat er, und Engelin setzte sich brav auf das Bett und nahm das Stück Brot, das er ihr reichte. Sie tauchte es tief in den Topf und genoss das sahnige Joghurt.
„Wenn ihr mir die Pflaumen überlasst, mache ich euch eine Köstlichkeit daraus, wie ihr sie nie gekostet habt!“, bot sie an, und Pater Lorencz lächelte zweideutig.
„Ich bin mir sicher, dass eure Pflaume eine Köstlichkeit ist – und ich werde sie nur zu gerne kosten.“
Engelin verbarg ihre Selbstsicherheit und senkte die Augen. „Wie viele Frauen - habt ihr schon – besessen, mein Herr?“
„Oh, es waren schon zwei - viele!“, gab er an. „Aber keine Angst, meine Liebe, ich werde euch alles lehren!“ Er beugte sich zu ihr und berührte mit seinem Mund ihre Lippen.
Scheinbar erschrocken, wich sie zurück, bemüht, sich nicht zu verraten. Es war wunderbar, Yrmells Erfahrungen zu haben und zugleich den Körper einer Jungfrau.
„Habt keine Angst, mein Engel, ich werde euch nicht wehtun, und nun …“ Er schob ihren Rock hoch über makellose Beine. „Dreht euch um!“
Ach du lieber Gott! Schon wieder ein Mann, der glaubte, er sei ein Ross. Engelin tat ihm den Gefallen, präsentierte ihr nacktes Hinterteil und ließ sich von ihm aufspießen, umso lieber, als er dabei ihren Po und ihre Flanken liebkoste, aber dann flüsterte sie: „Mein Herr, mein Lorencz, bitte … würdet ihr mich … ansehen? Ich möchte so gern in euren wunderbaren, dunklen Augen versinken! Lasst mich umdrehen.“
Und sie behielt Recht. Er war ein liebevoller, weicher Mann, und er zog sich zurück. Engelin drehte sich unter ihm, spreizte aber gleichzeitig ihre Schenkel, so dass er direkt ins Paradies sehen konnte.
Erstaunt sah er sie an. „Ich kann euch ansehen - dabei? Wie wunderbar!“
Als er sich erneut in sie versenkte, stöhnte Engelin in echter Lust. Sie umschlang ihn mit ihren Beinen und zog ihn näher, führte seine Hände zu ihren Brüsten und gab ihm nun wirklich das Gefühl, ein Hengst zu sein, auch ohne dass er von hinten aufritt. Der Akt dauerte nicht lange.

„Oh war das schön!“, flüsterte er. „Und ihr, meine Liebe, seid eine gelehrige Schülerin. Ich wusste gar nicht, dass …“
Engelin lächelte. Er wusste vieles noch nicht, aber das ließ sich ändern.

„Und nun werde ich euch noch einen Dienst erweisen. Ich werde eure Muhme begraben!“
Das konnte jetzt dumm enden, aber Engelin war schnell.
„Ich, oh mein Herr … ich konnte kein Grab ausheben. Ich bin ja nur ein schwaches Weib, und so habe … so hab ich sie verbrannt – ehe sich ihre Gestalt veränderte.
Ist das schlimm?“
Bruder Lorencz dachte nach, sah, wie sehr sich die süße Kleine ängstigte und beschloss, ihr zu helfen.
„Aber nein, Engelin, das ist jetzt nicht so schrecklich – zumal es niemand weiß. Ich werde kommen, und dann werden wir die alte Yrmell würdig zur Ruhe betten!“

Gerade nochmal gut gegangen. Engelin stand auf, streifte ihren Rock hinab und trat zur Türe. „Ich gehe die kleine Claris vorbereiten.“
Lorencz nickte. Ich komme dann vor Sonnenuntergang. Und nehmt die Pflaumen mit. Macht damit, was immer ihr so tut, und wir teilen sie.“
Engelin strahlte. Claris würde glücklich sein über dieses Naschwerk. Sie packte die Zwiebeln aus dem Korb auf den Tisch, küsste die Hand des Paters, verließ die Hütte und eilte nach Hause.

© Anna


Engelswesen