Altes Wissen

Die Geschichte einer weisen Frau, die sich in einer dunklen Zeit behaupten muss:

 

Mutabor!

Yrmell hatte alle Zutaten exakt gewogen und verarbeitet. Noch immer wusste sie nicht, ob sie den Zauber initiieren sollte. Ihr Lehrmeister hatte sie damals gewarnt. Dieser Zauber barg eine ungeheure Gefahr: Da er so reizvoll war, konnte man versucht sein, ihn um seiner selbst willen zu nutzen. Das wollte sie aber nicht. Sie wollte nur Claris hegen und ihr ermöglichen, ein Alter zu erreichen, in der sie ohne Hüterin leben konnte.


Der Priester

„Sagt mir, mein guter Vater, Yrmell hat mir erzählt, dass euer Vorgänger verkündet hat, dass Männer der Kirche nicht von den leiblichen Früchten naschen dürfen. Er war seinem Gott da wohl sehr treu!“ Sie wollte wissen, wie sehr dieser Mann seinem Herrn ergeben war, und inwieweit er ihr … ergeben sein könnte. Der junge Mann lächelte nachsichtig. „Wisset, meine Liebe, Bruder Cuno war schon sehr alt und diesen Freuden, die ja auch eine Gabe unseres Herrn sind, schon lange nicht mehr zugetan."


Engelswesen

„Steh auf, mein Liebchen!“ Engelin kuschelte sich an Claris, so dass sie ihren Duft atmen konnte, und das Kind schlang ihr die Ärmchen um den Hals und schnurrte. „Ich hab was Feines zum Morgenmahl!“, lockte sie mit gewohnter Stimme, und Claris öffnete die Augen. „Oh Mama, wie bist du schön!“, flüsterte die Kleine erstaunt, doch dann kamen ihr elementarere Bedürfnisse in den Sinn. „Hunger!“, forderte sie und glitt von ihrem Lager.