Corpsbrüder

 

„Gib mir deine Nummer!“, hat er gesagt. Was heißt gesagt? Befohlen!

Oh wie gut mir das zupass kommt. Das weiß er bloß nicht, und das soll auch so bleiben.


Thomas ist ein Corpsbruder meines Vaters, und er ist auch so alt wie mein Vater. Er verfügt – über alles und jeden. Er ist Bankdirektor, und er ist der Vater meines Liebsten, der seinem Sohn verbietet, mich zu heiraten. Und der Herr Direktor bekommt, was er will. Immer!
Meint er!
Wozu will er meine Nummer?
Klar, dazu! Und noch zu einem anderen, ganz linken Dreh!
Aber das kommt mir gerade sehr recht. Ich gebe ihm meine Visitenkarte.

„Du weißt aber schon, was du tust, Hanna?“, fragt meine große Schwester, die das mitbekommen hat. „Du weißt doch genau, wie DIESE BRÜDER sind, und … was ist mit deiner angeblich so großen Liebe?“

„Wie DIE sind?“ Ich grinse. Natürlich weiß ich es.
Und meine „große Liebe“, ja, an die denke ich gerade, und für die werde ich das hier tun. Alles tun!

Und wie DIE sind, weiß ich, seit ich 12 Jahre alt war. Da hat mir schon einer dieser ,Brüder’ zwischen die Beine gefasst. Es ist ihr erklärtes Ziel, so viele weibliche Wesen wie nur möglich flachzulegen, und sie schrecken weder vor Ehefrauen noch vor Töchtern ihrer „Brüder im Geiste“ zurück.
Eine stillschweigende Übereinkunft.
Zuerst verstand ich nur Bahnhof. Dann war ich empört. Heute bin ich eher amüsiert, und dieser Thomas ist ein interessanter Typ – wenn man ihn lässt, geht er über Leichen.
Ich gedenke nicht, ihn zu lassen!

„Hanna, hast du am Sonntag Zeit?“
Ich nicke.
„Komm ins Vier Jahreszeiten Kempinski, Präsidentensuite – 21 Uhr!“
Ich weiß noch nicht genau wie, aber diese Chance werde ich nutzen.

Als ich die Suite betrete, ist er schon da - und ein fürstliches Diner. Und wie charmant er ist, wie zuvorkommend. Wir speisen und reden. Eigentlich ist er wirklich ein toller Mann, eloquent; und seine Komplimente erst! Kein Wunder, dass Frau da schwach werden kann.

Hanna, vergiss dich nicht!
Never ever!

Er zieht sein Sakko aus, tritt hinter mich, streichelt meine bloßen Arme und haucht mir einen Kuss auf den Nacken. Ich seufze genüsslich.
Er zieht mich hoch, dreht mich in seine Arme.
„Baby, ich will dich so!“
Mein Grinsen verstecke ich an seinem Hals – stöhne verlangend.
„Komm mit!“
Er zieht mich ins Schlafzimmer.
Wahnsinn! So schön hier!
„Es gibt nichts besseres, als einen richtigen Mann, so wie mich!“
Ich nicke und beginne meine Bluse aufzuknöpfen.
Thomas hängt Hemd und Krawatte ordentlich auf, öffnet seine Hose und lässt sie fallen.
Verlockend komme ich näher – mit wiegenden Hüften. Ich helfe ihm bei der Boxershorts und lasse mich dann über ihn fallen, drücke ihn so aufs Bett und küsse ihn gierig.
Thomas lacht siegessicher.
Ich stehe auf und ziehe mein Höschen aus, gewähre einen kurzen Blick.
Sein Schwanz zuckt.
Dann greife ich mir seine Krawatte und seinen Arm.
Er schaut mich fragend an.
Nach einem kurzen Kuss auf seine Eichel lässt er sich bereitwillig festbinden. Ein Räuberknoten! Sehr leicht zu lösen – wenn man eine Hand dazu frei hat.
Ich hole einen Schal und das Handy aus meiner Tasche, dann steige ich auf das Bett, trete mit gespreizten Beinen über ihn – und binde die zweite Hand fest!
„Du bist so ein geiles Luder!“, grinst er.
Abwarten!
Sein Schwanz wippt einsatzbereit.
Ich fotografiere.
„Zur Erinnerung!“
„Komm schon her, du geile Schlampe!“
Ich steige vom Bett und ziehe mein Höschen an, knöpfe meine Bluse zu.
„Was soll das?“ Langsam wird er misstrauisch – sauer!

„Ich wollte nur sicherstellen, dass „mein“ Thomas die richtige Erbmasse hat, Schwiegervater! Du hast fast noch ein bisschen mehr als dein Sohn, aber … ich bin sehr zufrieden! Und deinen Segen haben wir ja nun zweifellos!“

© Anna