Alexander und Bettina


5. Das Gartenlokal

Sie hatten sich zwei Tage lang nicht getroffen, sich nicht geliebt, nicht einmal heimlich kurz in die Augen sehen können. Das volle Programm der Reise machte es unmöglich. Da Bettina schon im Vorfeld einige Unternehmungen gebucht hatte, war sie zwangsweise mit Frau Behrens im Museum gewesen. Alexander hatte andererseits die „große Kirchentour“ geleitet, und es war ihr unmöglich gewesen, das Programm einfach so zu ändern. Es wäre zu sehr aufgefallen, und so machten sie beide gute Miene zu bösem Spiel.

 

Alexander hasste mittlerweile Kirchen. Seine Gedanken waren bei ganz und gar unheiligen Dingen. Und je länger er SIE nicht sehen konnte, desto nervöser und ungeduldiger wurde er. Langsam begann er sich Sorgen zu machen, was geschehen würde, wenn sie erst wieder zu Hause waren. Er konnte sich nicht mehr vorstellen, dass er so einfach von ihr lassen konnte. Seine Sehnsucht nach ihr wurde immer wilder, er immer gieriger. Fast konnte man meinen, er sei süchtig. Und wenn er sich die Wahrheit eingestand: Er war süchtig! Süchtig nach Bettina!

 

Und Bettina ging es ähnlich. Sie hatte noch niemals so starke, körperliche Begierden empfunden. Sie hatte zunächst gar nicht gedacht, dass sie so stark gefühlsmäßig in diese unglaubliche Geschichte verwickelt sei, aber je länger sie ihn nicht sehen konnte, desto klarer wurde ihr, wie sehr sie sich verliebt hatte. Unglaublich! Natürlich war es auch der unglaubliche Sex zwischen ihnen. Es war einfach umwerfend schön mit ihm zu schlafen. Irgendwie schien er für sie gemacht, hatte seine Hände, seine Lippen und auch mehr an genau den richtigen Stellen. Er schenkte ihr Gefühle, die sie in den Himmel trugen. Vielleicht lag es daran, dass er ein erfahrener Mann war und ihre Erfahrung auf diesem Gebiet nur allzu begrenzt war, aber das glaubte sie eigentlich nicht. Sie passten nur wunderbar zusammen.

 

Allerdings würde sie wahnsinnig werden, wenn sie ihn jetzt nicht bald sehen konnte. Nein, ums „Sehen“ ging es ihr nicht! Sie musste ihn spüren - zwischen ihren Schenkeln. Niemals hätte sie geglaubt, dass sie derart heiß sein könnte auf einen Mann, so abhängig von seiner Liebe!

 

Es war später Nachmittag und beide Gruppen trudelten wieder im Hotel ein. Sie fand ihre Tour eigentlich wunderschön. Der Louvre war einfach ein Traum gewesen. Bettina liebte Museen, und der Besuch wäre nur übertroffen worden, wenn sie mit ihm dorthin gehen hätte können. Er und sie - alleine! Aber so war es leider nicht. Und nun, als die Klasse wieder zusammen war, schlug die Lehrerin ein gemeinsames Abendessen in einem romantischen Gartenlokal vor. Bettina sah, wie Alexanders Gesicht versteinerte. Sie wusste aber auch, er konnte gar nicht anders als zustimmen. Ihr blieb nur die stille Hoffnung, dass nicht so viele ihrer Klassenkameradinnen dorthin wollten. Und dieser Wunsch ging in Erfüllung. Die meisten Mädchen wollten in ein Nachtlokal zum Tanzen gehen und waren nicht scharf auf die Begleitung eines Lehrers.

 

Bettina atmete auf. Es waren nur noch zwei Mädels an dem „romantischen Abendessen“ interessiert. Allerdings musste sie Frau Behrens in Kauf nehmen. Also verabredeten sie sich für 21 Uhr, und so konnten sie sich noch ein bisschen hinlegen oder ein Bad nehmen in der Zwischenzeit. Sie beschloss beides zu tun. So wurde ihr wenigstens die Zeit nicht zu lang, bis sie vor dem Hotel stand und mit den anderen darauf wartete, dass das bestellte Taxi kam. Zu fünft quetschten sie sich hinein und meinten für eine kurze Strecke würde das schon gehen.

 

Alexander hatte es so eingerichtet, dass er neben Bettina saß. Das heißt, eigentlich saß sie halb auf ihm. Wunderbar! In der Enge des Autos konnte er sie berühren, ohne dass es aufgefallen wäre. Er musste das einfach tun! Seine rechte Hand lag an ihrem nackten Schenkel und er konnte spüren, wie er reagierte. Schon beim Einsteigen war er hart gewesen, aber jetzt glaubte er jeden Moment zu explodieren. Er ließ seinen Arm so unauffällig wie möglich herabhängen und berührte zärtlich ihr Bein.

 

Bettina hob es ein klein wenig an und ermöglichte ihm so, von unten zwischen ihre Schenkel zu gelangen. Sie hatte absichtlich auf ein Höschen verzichtet, und ihm wurde heiß. Dass sie lediglich eine schwarze Korsage darunter trug, konnte er nicht ahnen.

 

Als er ihr weiches Schamhaar zwischen seinen Fingern spürte, zuckte er zusammen.

 

Bettina schloss kurz die Augen, als sie seine Finger fühlte. Sie streiften an ihren Schamlippen entlang, und sie hätte am liebsten laut aufgestöhnt vor Lust. Sie war so heiß und feucht, dass sie nichts dagegen gehabt hätte, wenn er sich auf der Stelle in sie versenkt hätte.

 

Alexander war ausgesprochen dankbar für die unglaubliche Enge und für das Chaos, das im Wagen herrschte. Gott sei Dank musste er jetzt nicht reden, denn er hätte keinen Ton herausgebracht. Er wusste nur eines: Er konnte heute nicht in sein Bett gehen, ohne sie besessen zu haben. Nur hatte er nicht die leiseste Ahnung, wie er das bewerkstelligen sollte. Er konnte sie nur nicht von seiner Seite lassen. Er musste ihre Haut spüren, musste fühlen, wie verrückt sie nach ihm war. Sie bot ihm schließlich alle Möglichkeiten, zeigte ihm ihre Lust. Sie wollte es! Genau wie er!

 

Er legte den Kopf in den Nacken und schloss ebenfalls kurz die Augen. In seinem Kopf hämmerte es: Unter diesem weiten Rock war sie nackt! Er war entzückt - und er war geil! Seine Finger versanken! Alexander spürte, wie sie plötzlich ein Zittern überlief. Jetzt bloß nicht daran denken, was er am liebsten mit ihr machen wollte, sonst hätte keiner sie beide mehr bremsen können.

 

Leider war die Fahrt viel zu kurz, und sie an ihrem Ziel angekommen. Wenn es nach ihnen beiden gegangen wäre, hätten sie ruhig noch weiter durch die Nacht fahren können. Der enge Körperkontakt war einfach zu aufregend.

 

Frau Behrens ging vor, denn sie hatte diesen Garten ja gefunden, und er war tatsächlich bezaubernd. Aber sowohl Bettina, als auch Alexander hatten zu tun, ihre Erregung zu verbergen. Nur so war es zu erklären, dass sie nicht nebeneinander saßen. Sie saß ihm gegenüber und war zutiefst enttäuscht, ob dieser Tatsache.

 

Der Kellner, der ihnen die Karte brachte, lenkte sie zumindest eine kurze Zeit ab. Aber auf Dauer war ihr hungriger Leib viel schwerer zu befriedigen, als ihr Magen. Sie wollte nichts essen - sie wollte ihn vernaschen!

 

Aber davon waren sie wohl noch meilenweit entfernt. Bettina bestellte sich Rotwein, denn sie brauchte unbedingt etwas, woran sie sich festhalten konnte. Als sie versuchte sich zu entscheiden, was sie essen wollte, fuhr sie plötzlich erschrocken zusammen. ER war wohl verrückt geworden! Im Auto konnte man ja noch die Enge und die körperliche Nähe verantwortlich machen, aber jetzt hatte er den Schuh ausgezogen und streichelte mit seinem Fuß ihr Bein. Sie sah, dass er auf seinem Stuhl immer weiter nach vorne rutschte und so immer höher an ihrem Bein hinaufgleiten konnte.

 

Das war wirklich gefährlich, denn … Mist! Diese blöden Freundinnen und erst noch die Lehrerin! Aber ihre eigene Sehnsucht ließ sie ebenfalls unvorsichtig werden. Sie öffnete ihre Schenkel und rückte mit ihrem Stuhl weiter nach vorne.

 

Sie hatte es gewusst. Der weite, rote Glockenrock war perfekt für solche Spiele. Erstens passte er wunderbar zu ihrer schwarzen Bluse und zweitens konnte man darunter so manches verstecken. Zum Beispiel die Tatsache, dass sich sein Fuß immer mehr zwischen ihre Oberschenkel schob. Bettina unterhielt sich angeregt mit Sonja und versuchte so auszusehen, als wäre alles in Ordnung. Ihr Gesicht war bestimmt mittlerweile hochrot, und sie war so erregt, dass sie kaum mehr Luft bekam. Unauffällig wippte sie mit dem Becken, rieb ihre feuchte Scham an seinen Zehen.

 

Schmunzelnd sah sie, dass seine Hand zitterte, als er zu seinem Glas griff. Er war genauso daneben wie sie! Himmel, sie mussten damit aufhören! Aber Bettina war so geil, dass ihr Verstand nur noch auf Sparflamme arbeitete, außerdem war mittlerweile seine große Zehe an einem Punkt gelandet, den sie um nichts in der Welt wieder verlassen sollte. Bettina schnappte nach Luft, als sie fühlte wie er gegen ihren Kitzler stupste. -

 

Und er hatte es gesehen! - Zärtlich lächelte er sie an. Er wollte sie verrückt machen.

 

Aber, großer Gott, was taten sie denn da?

Immer wieder drückte er leicht. Bettina hielt den Atem an, ihr Becken schaukelte von ganz alleine vor und zurück. Sie war verdammt nah an einem Orgasmus. So konnte das nicht weiter gehen!

     

Abrupt stand sie auf, der Rock fiel über ihre Beine und Alexander hatte Mühe seinen Fuß zurückzuziehen, ohne dass jemand es bemerkte. Bettina entschuldigte sich und ging durch den Garten ins Restaurant. Sie suchte nach einer Toilette. Sie brauchte kaltes Wasser, musste sich beruhigen, wieder in den Griff bekommen.

 

Der Wirt schickte sie in den ersten Stock und dort fand sie am Ende des Ganges, einen kleinen, versteckten Balkon. Hinter einer riesigen Topfpflanze ging eine Tür hinaus auf den hinteren Teil des Gartens, der nicht für die Gäste genutzt wurde. Sie schlängelte sich an der Grünpflanze vorbei und trat hinaus. Die Luft tat ihr gut. Vor allem war sie hier unbeobachtet, endlich mal alleine! Bettina schloss die Augen und atmete tief durch.

 

Als sie die leisen Schritte hörte, die die Treppe heraufkamen, drückte sie sich noch tiefer in den Schatten ihres kleinen Refugiums. Auf der Treppe stand doch jemand. Sie hielt den Atem an, äugte vorsichtig hinein. „Bettina!“ hörte sie sein Flüstern.

 

Ihre Lust loderte hoch. Er war gekommen! Allein seine Stimme brachte sie um den Verstand. Sie schob ihre Hand durch den grünen Vorhang der Blätter und zeigte ihm das Versteck.

 

Alexander zwängte sich an dem Baum vorbei, nahm sie in die Arme und presste sie an sich.

Sie hörte ihn keuchen.

Kein Zurück mehr.

Seine Hände fuhren über ihren Körper, öffneten ihre Bluse, griffen nach ihren Brüsten. Ungeduldig schob er den Stoff zur Seite, küsste ihre Knospen.

 

Die Erkenntnis traf sie wie ein Schlag: Jetzt oder nie!

 

Und Bettina entschied sich: Jetzt! Ohne ein Wort zu sagen, zog sie ihren Rock hoch, schob ihm ihr Becken entgegen.

 

Alexander stöhnte auf. „Du bist wahnsinnig!“

Sie nickte und setzte sich rücklings auf die niedere Balkonbrüstung. Als sie sah, wie er mit zitternden Fingern seine Hose aufknöpfte, wusste sie, er würde da löschen, wo sie brannte -lichterloh! Langsam spreizte sie ihre Schenkel weit. Zeigte ihm ihre glänzende Spalte.

 

Alexander schluckte. Er musste sie haben! Jetzt! Aber er wusste natürlich auch, wie gefährlich das war. Himmel, genau das schien ihn noch mehr zu reizen! Seine Gier nach ihr kannte keine Grenzen, und er riskierte alles! Als er sah, wie sie ihm ihre taufeuchte Rose präsentierte, griff er zu. Er packte ihre Hüften und drang ohne ein weiteres Wort tief in sie ein. Alexander sah, wie sie die Augen schloss und den Kopf in den Nacken warf. Bettina presste ihre Hand auf den Mund, um nicht laut zu stöhnen, und er rammte ihr seinen harten Schwanz immer tiefer in den Leib. In dem Moment, als er ihre heiße, geile Möse spürte, als er in sie eintauchte, vergaß er die Gefahr. Er stieß nur noch zu, stieß noch tiefer in sie hinein, fühlte, wie sie sich ihm entgegendrängte. Alexander spürte ihre Lust und seine eigene Gier. Seine Finger suchten sie, fanden den steifen Kitzler, und als er die Fingerspitze darauf presste, hörte er wie sie ihn anspornte.

„Jaa, Alexander, komm! Jaaah!“ Mit aller Gewalt brach die Lust über sie herein.

Er sah, wie sie sich aufbäumte in seinen Armen und stieß noch ein einziges Mal zu. Dann war auch er soweit! Sein Ausbruch schüttelte ihn beinahe bis zur Besinnungslosigkeit. Er musste sich an dieser unglaublichen Frau in seinen Armen festhalten. Und als er sie an sich drückte, ihre warmes Fleisch spürte, wusste er genau: Er konnte sie nicht aufgeben! Nicht nach Paris und niemals.

 

Bettina lehnte ihren Kopf an seine Schulter und ließ sich einfach treiben in Gefühlen. Sie brauchte geraume Zeit, bis sie wieder auf der Erde zurück war. Dann richtete sie sich auf und lächelte ihn an. „Jetzt kann ich den Abend genießen. Bis gerade eben konnte ich nur daran denken, wie es ist mit dir zu schlafen! Und soll ich dir etwas sagen? Es ist großartig!“ Sie küsste ihn auf den Mund und drängte sich an ihm vorbei und ging zurück.

 

Alexander schüttelte den Kopf. Er verstand sich selber nicht mehr.

Aber wer verstand schon die Liebe?                 

 

© Beatrice von Stein


6. Der Unfall