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Lesumg "Ich fliege auf dich" (2014)

verfasst von Traumlicht(R), 13.12.2014, 21:06

Geheimer Auftrag für Sumsa Hummelbrumm und Freddy Fliegflink



Die Nachricht schwirrte schon Stunden etwas ziellos durch das FLYNET und niemand nahm davon Notiz, oder besser gesagt, niemand wollte davon Notiz nehmen.
Denn die Nachricht enthielt gleichzeitig Abenteuer und Langeweile. Und in der Kombination hatte wohl keiner der Helden, die Zugang dazu hatten, so richtig Lust dazu an die Sache ran zu gehen.
Thekla schüttelte immer wieder mit dem Kopf, denn irgendwann mußte doch mal jemand ran, sonst verstopfte die Sache das FLYNET noch und wer durfte das dann ausbessern? Natürlich sie, denn mit dem FLYNET kannte sie sich eben wesentlich besser aus als jede(r) andere. Das war eben Fluch und Segen in einem, wenn man zu den berühmten Webnetz gehörte. Thekla Webnetz die siebenundneuzigste um ganz genau zu sein.
Ihre Datenbrille konnte ihr den kompletten Stammbaum detailiert vortragen, aber sie verzichtete darauf, denn das was ihr daran wichtig war kannte sie und der Rest interessierte sie eher weniger.
Ihr kam langsam eine Idee. Sie grinste, denn nun wußte sie, was sie zu tun hatte.
Wer mal in ihr Netz kam, der entkam nicht mehr, jedenfalls nicht ohne Theklas ausdrücklichen Wunsch. Da war sie schon ein bisschen, wie ihre Ahnen, wenngleich die Webnetz längst Vegetarier geworden waren, und viel intelligentere Dinge mit ihren Netzen anzufangen wußten, als die Urahnen.
Sie zog und schob, zupfte und rupfte, bis der Empfang genau darauf ausgerichtet war, was sie empfangen wollte.

*

Hach war das schön. Urlaub! Freddy lümmelte sich behaglich auf seinem Platz und genoss die Aussicht. Gemeinsam mit Sumsa schwebte er behaglich in einem riesigen sehr sehr großen Stratosphärenballon durch die Gegend, schlürfte seinen Nektar und freute sich daran, in dieser modernen Zeit zu leben und nicht wie seine Vorfahren in einer Zeit, als es das FLYNET noch nicht gegeben hatte.
Sumsa war ein wenig langweilig, denn durch FLYNET schwirrte gerade kaum was interessantes, so daß sie einfach Filme schaute, Musik hörte oder hier und da eine Nachricht diktierte. Nur eine Sache machte ihr ein wenig Sorgen. Diese eine unzustellbare Nachricht, die wohl schon von einigen abgelehnt worden war. "Ich habs so im Gefühl, das landet irgendwie noch bei uns", dachte sie und blickte auf den urlaubsbegeisterten Freddy.

*

Thekla wurde langsam nervös, wo hatten die Beiden sich bloß versteckt? Das konnte doch gar nicht sein, daß sie ihr entwischten. Ihr Avatar schwirrte durch das FLYNET, suchte und suchte und ja, da waren die Beiden ja endlich. "Genießen ihren Urlaub, aber nicht mehr lange ..." kicherte sie in sich hinein.

*

"Huhu, ihr Beiden! Na wie ist der Urlaub?" fragte der vor Sumsa und Freddy auftauchende Thekla-Avatar. "Zu kurz, wie immer" antwortete Sumsa, denn Freddy überlegte gerade, wie er ganz unauffällig rein zufällig woanders hinschwirren konnte, ohne aufzufallen. Denn Theklas erscheinen hatte ganz bestimmt nicht mit Urlaub zu tun.
Thekla kicherte. "Ja das habe ich mir gedacht", sagte sie mit einem schmunzeln in der Stimme. "Sumsa, du ahnst es sicher schon ..." begann Thekla und Sumsa nickte leicht resigniert. "Bestimmt eine Zeitreise, die niemand machen will" sagte Sumsa mit einem "das bleibt ja eh wieder an mir hängen"-Unterton.
"Keine Sorge, Biene Maja und Willi gehts gut, obwohl es sicher mal interessant wäre, die Beiden zu besuchen" sagte Thekla zu den Beiden, die energisch jeweils ihren Kopf schüttelten. In die Zeit vor FLYNET, wollte kaum jemand frewillig.
Thekla überreichte Sumsa die Nachricht, um die sie sich gerne gedrückt hätte, aber so war es nunmal, der Urlaub war unterbrochen und eine Zeitreise in die digitale Steinzeit bestand bevor.

*

Das Smartphone lag eingeschaltet aber unbeachtet auf dem Tisch. Daher war es auch nicht bemerkbar, daß wie aus dem Nichts zwei Gestalten durch das Display kamen und sich erstmal in dem Raum orientierten.
Noch vor vielen Jahren, wäre es was besonderes gewesen, eine Zeitreise zu unternehmen.
Das galt lange als der Traum eines jeden, doch inzwischen war es reine Routine und durch die modernere Ausstattung von FLYNET viel uninteressanter, als in der realen Gegenwart unterwegs zu sein.
"Zielperson schon erfasst?"fragte Sumsa, doch Freddy antwortete mit einem knappen "nein".
Sie schlichen sich unauffällig weiter und warteten ab, bis das Geschehen, weshalb sie hier waren, geschah.
Mit entsetzten Blicken erlebten sie mit was der Zielperson geschah. "Och nein, mitten rein in den Obstsalat!" jammerte Freddy.
Sie lösten sich auf und reisten wieder an den Beginn zurück.
Erneut kamen sie durch das Display des Smartphones und bezogen Position.
"Wie können wir ihn retten?" fragte Freddy. Sumsa zuckte mit den Schultern. Noch hatte sie keine Idee.
KLATSCH und wieder war es passiert. Sumsa und Freddy schüttelten sich und reisten wieder zurück. Aber ausversehen, ein wenig weiter und so kam es, daß Sumsa etwas einfiel, die Situation zu ändern.

*

Leise und ganz unbemerkt schlichen sich die Beiden zur Zielperson. Diese träumte noch vor sich hin und würde erst etwas später erwachen, wie Sumsa und Freddy inzwischen schon wußten. Behutsam befestigte Sumsa etwas an dessen Körper, während Freddy eine genaue Abbildung der Zielperson erstellte, die ihm später als Maske dienen würde.
Ganz wohl war ihm noch nicht bei der Sache, aber nach einigem hin und her, waren Sumsa und er darauf gekommen, daß es sich so am einfachsten lösen läßt.
Obstsalat, Freddy schüttelte sich, denn Nektar war ihm bedeutend lieber.
Nun kam es nur noch darauf an, den genauen Zeitpunkt zu erwischen, um aus dem Drama ein Happy End zu gewinnen.

*

Schrecklich diese Klatsche. Etwas benommen saß die Zielperson in der Ecke, ohne so recht zu wissen, wie das möglich war. Der Kopf brummte noch etwas, denn der Schlag war heftig, aber irgendwie mußte es ihm gelungen sein, aus der Gefahrenzone zu kommen und nun von weitem seine große Liebe dabei zu beobachten, wie sie den leckeren Obstsalat ohne weiter drüber nachzudenken, einfach wegschüttete. Liebe ist eben gar nicht so einfach.
Ihr Anblick verzückte ihn. Ob sie seine Liebe wohl je erwidern würde?

*

Freddy erwachte langsam und sah in die besorgten Gesichter von Thekla und Sumsa.
War nicht ganz so wie geplant gelaufen, denn Freddy hatte mehr von dem Schlag abbekommen, als gedacht. Trotz Schutzpanzer war der Aufprall im Obstsalat noch ziemlich heftig. Dafür war die Zielperson, an deren Stelle er auftauchte, per Zeitsprung von Sumsa gesteuert aus der Gefahrenzone teleportiert worden.
"Wo bin ich?" fragte er etwas matt. "Im Moment noch im Krankenhaus", antwortete Thekla "und im Anschluß kannst du deinen Urlaub fortsetzen".
Sumsa grinste und stellte ihm heimlich ein Glas Nektar an sein Lager.
Moderne Zeiten haben eben ihre eigenen Vorteile.

 

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